Tab navigation
- Risikomanagement - selected tab,
- Risikoklassen
- Finance Talk
- Video
Mehr Performance durch Risikomanagement
Unternehmen, die sich systematisch mit den Risiken befassen, denen sie ausgesetzt sind, erzielen langfristig Wettbewerbsvorteile. Dem CFO kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, denn er verfügt über die nötige Kompetenz im Umgang mit Risikomanagement.
Unternehmer sein, heißt Risiken einzugehen. Und die Kunst erfolgreicher Manager besteht darin, das kalkuliert zu tun. Dennoch: Ein systematisches, integriertes Risikomanagement findet sich in kaum einem Unternehmen. Das zeigt die aktuelle CFO-Studie, die IBM gemeinsam mit der Wharton School der University of Pennysylvania und der Economist Intelligence Unit durchgeführt hat. Demnach haben 62 Prozent der befragten Unternehmen in der Vergangenheit bereits einschneidende Schadensfälle erlebt, und fast die Hälfte war darauf nicht vorbereitet. Dramatisch: 87 Prozent der Schadensfälle betrafen nicht den Finanzbereich, sondern weitaus schwerer zu kontrollierende Markt-Risiken, Probleme mit Produkten oder Verstöße gegen Gesetze und Compliance-Regeln.
Dabei zeigt die CFO-Studie eindeutig, dass mit der Unternehmensgröße die Anfälligkeit für unvorhergesehene Ereignisse steigt: "Je größer die befragten Unternehmen sind, desto häufiger verzeichnen sie Schadensfälle", sagt Thomas Hillek, Leiter Financial Management Consulting Deutschland bei IBM Global Business Services. "Demgegenüber verfügt nur jedes zweite Unternehmen überhaupt über ein Risikomanagement", urteilt Hillek. Die Betriebe nutzen zwar Scorecards oder Dashboards, um Risiken zu erkennen und rechtzeitig gegenzusteuern. Aber nur 26 Prozent der Unternehmen schließen Risikokennzahlen in ihr Performance-Management ein.
Hillek unterstützt Firmen beim Aufbau eines funktionierenden Risikomanagement-Systems. "Es geht darum, eine Strategie für bekannte und unbekannte Risiken zu entwickeln", erklärt der Experte. Dem CFO kommt dabei naturgemäß die Führungsrolle zu. Denn die Finanzfunktion hat nicht nur von Hause aus Erfahrung in der Überwachung von Risikokennzahlen. CFOs liefern auch längst Ressort übergreifenden „Business Insight“ und arbeiten am Aufbau und der Pflege unternehmensweiter Controlling- und Reportingsysteme.
"Viele Unternehmen beschäftigen sich zumindest hinsichtlich finanzieller Risiken mit dem Thema Risikomanagement", berichtet Hillek. Der Grund sind Compliance-Anforderungen von Kapitalmarktbehörden und Bilanzierungsvorschriften (siehe Die wichtigsten Risikoklassen). So halten 69 Prozent der für die IBM-Studie befragten Manager den CFO für am besten geeignet, wenn es darum geht die Steuerung der Unternehmensrisiken zu übernehmen.
Der erste Schritt zum integrierten Risikomanagement: Der CFO entwickelt einen ganzheitlicheren Blick auf das Risikoprofil des Unternehmens – dazu erweitert er seine Kennzahlensysteme auf Bereiche, die bisher nicht erfasst wurden, wie den Vertrieb, den Einkauf und die Produktion. Dabei fragt er sich: Welche unvorbereiteten Ereignisse sind hier in der Vergangenheit aufgetreten? Und wie groß war der finanzielle Schaden?
Ein weit verbreiteter Einstieg in das Risikomanagement ist das Vermeiden von Strafen – das Unternehmen etabliert Mechanismen, um den Compliance-Anforderungen zu genügen und Fälle von Wirtschaftskriminalität im eigenen Hause frühzeitig zu erkennen. Auf der Grundlage dieses Compliance-Managements können Unternehmen dann konkret entscheiden, ob sie durch ein integriertes Risikomanagement auch strategische Vorteile gewinnen können. Dazu gehört das systematische Erfassen und Bewerten finanzieller und operationaler Risiken – mit den passenden Gegenmaßnahmen. "Klassisch ist etwa das Hedging von Wechselkursen", beschreibt IBM-Experte Hillek. "Weiter gehen die meisten Unternehmen noch nicht. Strategische Risiken werden kaum einbezogen."
Er beobachtet derzeit aber ein Umdenken. Die IBM-CFO-Studie hat dazu ergeben, dass dieselben Unternehmen, die nach eigener Einschätzung ein effektives Risikomanagement betreiben, häufig auch über
ein gut funktionierendes System zur Performance-Messung verfügen. "Die Verzahnung des Riskomanagements mit dem Performance-Management ist die höchste Form der Risikosteuerung", sagt Hillek. "Das trägt dazu bei, die Kosten einer Organisation signifikant zu senken." Basis für beide Themen bilden in jedem Fall globale Standards und Richtlinien sowie konzernweit einheitliche Prozesse und Daten. Außerdem sollten Unternehmen die systematische Erfassung, Bewertung und Behandlung von Unternehmensrisiken in ihre Planung einbeziehen, genauso wie die nachfolgenden Schritte, Budgeting, Reporting und Forecasting.
