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"Schneller auf Krisen reagieren"
Interview mit Thomas Hillek
Leiter Financial Management Consulting Deutschland bei IBM Global Business Services
Frage: Herr Hillek, Sie bieten Kunden Hilfe an, wenn sie sich zu einer Integrierten Finanzorganisation wandeln wollen. Welchen Nutzen bringt Unternehmen diese Veränderung?
Antwort: Der wichtigste Nutzen ist, dass die Finanzdaten zuverlässiger und aussagekräftiger werden, die die Finanzabteilung des Unternehmens liefert. Das Management kann auf dieser Basis schneller und besser entscheiden als zuvor. Unternehmen werden so insgesamt flexibler, weil sie schneller auf veränderte Situationen reagieren können. Das macht sie erfolgreicher. Hinzu kommt noch ein weiterer Vorteil: Die Kosten des Finanzressort sinken deutlich, weil bestimmte Finanzfunktionen gebündelt werden und Arbeitsschritte wegfallen, die nicht zur Wertschöpfung beitragen.
Frage: Was bedeutet das angesichts der aktuellen Lage der Weltwirtschaft? Ist eine IFO besser auf eine mögliche Rezession vorbereitet als andere Unternehmen?
Antwort: Eindeutig ja. Eine IFO kann viel flexibler reagieren und sich auf einen veränderten Markt einstellen. Aber selbst wer den Wandel zur IFO erst kürzlich begonnen hat, hat bereits einen Vorteil. Er profitiert von geringeren Kosten, wenn er zum Beispiel ein Shared Service Center eingerichtet hat.
Frage: Was können Unternehmen tun, um die eigene Situation kurzfristig zu verbessern?
Antwort: Sie können sich zum Beispiel um ihr Working Capital kümmern: Verbessert ein Unternehmen das Management seiner Forderungsbestände und des Inventars, hat es schnell mehr Geld in der Kasse und kann sich deutlich günstiger refinanzieren. Außerdem lohnt es sich, die Verbindlichkeiten genauer unter die Lupe zu nehmen. Oft kann man hier zu geringeren Kosten finanzieren.
Frage: Wie lange dauert es, bis Unternehmen die Wandlung zur IFO komplett abgeschlossen haben?
Antwort: Wer schon in der Vergangenheit einen Großteil seiner Hausaufgaben gemacht hat, kann es in ca. zwei Jahren schaffen. In der Regel dauert der Prozess aber länger - zwischen drei und fünf Jahre, je nach Ausgangslage des Unternehmens und des Finanzressort.
Frage: Wie verändert sich mit der Wandlung die interne Rolle des CFO?
Antwort: Der CFO wird viel stärker als zuvor in die strategischen Entscheidungen der Unternehmensführung eingebunden. Sein Blick ist nicht mehr nur auf die Vergangenheit gerichtet, sondern zu einem großen Teil in die Zukunft. Das verlangt von CFOs mehr strategisches Denken als in der Vergangenheit. Zudem erweitert sich ihr Aufgabenspektrum durch den Einbezug des Risikomanagements im Leistungsmanagement. Somit sind CFOs nicht mehr länger nur die Chefbuchhalter ihrer Unternehmens, sondern deren Chefwerterzeuger.
