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Die integrierte Finanzorganisation (IFO)


CFOs, die ihre Finanzabteilung als (global) integrierte Finanzorganisation aufstellen, erzielen mehrere Vorteile: Die Chancen für Wachstum nehmen zu, Risiken werden frühzeitig erkannt – und die Finanzchefs stärken ihren Einfluss auf das Unternehmen.

Die Bestandsaufnahme ist alarmierend: Die große Mehrheit der Finanzabteilungen in Unternehmen ist nicht flexibel genug, um künftige Herausforderungen zu meistern. Vor allem mangelt es CFOs an der Möglichkeit, Daten schnell genug zu mobilisieren, um rechtzeitig wichtige Entscheidung treffen zu können. Das ist das Ergebnis der CFO-Studie 2008 von IBM. Die Datenintegration läuft bei den meisten Unternehmen schleppend. So sind 70 Prozent der CFOs der Meinung, dass mehr Integration nur schwer möglich sei. Obgleich sie aber als eines der wichtigsten Ziele gilt. Gelingt CFOs die unternehmensweite Integration von Daten, können sie die Finanzsituation ihrer Organisation deutlich besser beurteilen als zuvor. Die gesamte Steuerungsfunktion des Unternehmens wird damit positiv beeinflusst (Datenkonsistenz, Zugriff und Geschwindigkeit der Entscheidungsfindung).

Im Zuge der Studie hat IBM gemeinsam mit der Wharton School der University of Pennsylvania und der Economist Intelligence Unit weltweit mehr als 1200 CFOs und Finanz-Manager von Unternehmen befragt. Gut zwei Drittel der befragten Unternehmen erzielen einen Umsatz von mehr als fünf Milliarden US-Dollar.

[Grafik] Die Experten von IBM haben aus den Ergebnissen ein Modell abgeleitet, wie Unternehmen mit einem Umbau der Finanzorganisation ihre Schlagkraft deutlich erhöhen können. Am Ende dieses Umbauprozesses steht die Integrierte Finanzorganisation (IFO). "Sie zeichnet sich vor allem durch standardisierte Prozesse und eine "glasklare" Governance-Struktur über die gesamte Finanzorganisation aus", sagt Heiko Kappel, Finanzexperte von IBM Global Business Services (siehe auch "Finance Talk").

Die IFO basiert auf vier Säulen:

Erstens: Unternehmensweit einheitlicher Kontenplan
Das Unternehmen erhält einen standardisierten Kontenplan. Er ist die Basis dafür, dass Finanzdaten weltweit mit inhaltlich einheitlichen Vorgaben erfasst werden, und dass viele umständliche Überleitungsrechnungen zur Konsolidierung und Vergleichbarkeit entfallen. So kann der Group CFO eindeutige Kennzahlen der Unternehmenssteuerung bilden, die dem Management als Grundlage für Entscheidungen dienen. Gleiches gilt für den Zielsetzungsprozess.

Zweitens: Einheitliche Definitionen von Daten und Kennzahlen
Das Unternehmen muss eine Vorgabe entwickeln, wie Kerndaten der Unternehmenssteuerung zu interpretieren sind. Zusammen mit dem Standardkontenplan werden dadurch kritische Kennzahlen, wie die Gewinnspanne oder Produktkosten konsistent über das gesamte Unternehmen in allen Regionen, Divisionen, Märkten usw. definiert. Hierdurch verlagert sich die Diskussion in Unternehmen: Es geht nicht mehr darum, ob die Zahlen richtig sind, sondern, welche analytischen Aussagen daraus abgeleitet werden können.

Drittens: Einheitliche Prozesse
Die Finanzabteilung eines Unternehmens braucht standardisierte Prozesse, damit Vergleichbarkeit und Bündelungseffekte erzielt werden können. Beispielsweise macht es in einem weltweit tätigen Konzern immer weniger Sinn, länderspezifische Treasuryprozesse vorzuhalten. Durch den Einsatz von Shared Services Centern und einer einheitlichen Informationstechnik-Plattform wird eine Standardisierung der Prozesse weiter begünstigt. Auf diesem Weg können Unternehmen sowohl erhebliche Kostenvorteile realisieren als auch sogenannte Enabling Technologies wesentlich effizienter über Landesgrenzen hinweg einsetzen.

Viertens: Globale Richtlinien (Kompetenzen)
Für alle Funktionsbereiche der Finanzabteilung müssen dieselben grundsätzlichen Regeln gelten, damit Buchungen einheitlich und konsistent verarbeitet werden. Sinnvoll sind zusätzlich global verankerte Policies, die beispielsweise Freigabeprozesse in wirtschaftlich angespannten Situationen anders regeln als in Wachstumsphasen. Auch globale und/oder regionale Vorgaben hinsichtlich zentraler Finanzapplikationen spielen hier eine wichtige Rolle. Wie immer gilt es auch hier, die richtige Balance zu finden.

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