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In vielen Unternehmen fehlen aktuelle und eindeutige Zahlen, auf deren Grundlage Manager entscheiden könnten. Modernes Finance Data Management schafft Abhilfe. Das Ziel ist eine Single Version of Truth.

Im Jahr 2006 gab die Bundesagentur für Arbeit den Startschuss für ein Projekt, das die Arbeit der Behörde effizienter machen sollte. 400 Außenstellen in ganz Deutschland wurden an ein IT-System angeschlossen, um Daten über die Grundsicherung für Arbeitssuchende zu erheben. Das Ziel der Zentrale der Bundesagentur in Nürnberg war es, mit einem geringeren Mitteleinsatz mehr Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt unterbringen. Dazu ist ein ausgefeiltes Controlling notwendig. Und so erhebt die Agentur für Arbeit heute Zahlen, die sie zentral in Nürnberg auswertet. Auf diesem Weg weiß man dort neuerdings nicht nur viel früher als zuvor, welche Maßnahmen besonders wirkungsvoll und effizient sind. Auch die Planung des Behörden-Haushalts ist einfacher geworden. Und Agentur-Chef Frank-Jürgen Weise und seine leitenden Mitarbeiter können jederzeit aktuelle Kennzahlen abrufen – und haben so die Steuerung der Behörde präziser und schneller gemacht.

Wie die Bundesagentur für Arbeit streben auch viele Unternehmen danach, Zahlen zu erheben, die eine höhere Aussagekraft haben als die bisherigen. "Das Ziel ist die so genannte Single Version of Truth", sagt Uwe Höhne, Associate Partner bei IBM Global Business Services. "Es soll im Unternehmen nur eine konsistente Datengrundlage geben, auf deren Basis Manager Entscheidungen treffen." Um dieses Ziel zu erreichen, müssen Unternehmen ihre Systeme und Prozesse harmonisieren. Denn nur wer eine unternehmensweit einheitliche Datenbasis schafft und Informationen stets nach gleichen Regeln bearbeitet, beendet das Daten-Chaos im Unternehmen.

Dazu ist ein Umbau der Informationstechnik notwendig: So müssen Firmen zum Beispiel ihre Standardsoftware an die neuen Anforderungen anpassen. Der Lohn der Mühe: "Das Unternehmen ist leichter zu steuern, weil dem Management eindeutige Informationen vorliegen", sagt IBM-Experte Höhne. Der Wunsch nach einer Single Version of Truth hat seine Ursachen in Problemen, die Manager vieler Unternehmen schon lange beschäftigen. So haben viele Entscheider den Glauben an Zahlen verloren, die aus dem eigenen Unternehmen stammen. "Sie bemerken immer wieder, dass sie mit falschen Daten operieren", sagt Höhne. So stoßen sie zum Beispiel auf Zahlen, die sich widersprechen. Sinnvolle Managemententscheidungen sind auf dieser Basis kaum möglich.

"Im schlimmsten Fall verweigern die Wirtschaftprüfer sogar ihr Testat, weil sie auf Inkonsistenzen gestoßen sind", sagt Höhne. Müssen Unternehmen solche Fehler ausbügeln, kostet das meist viel Geld. Selbst wenn alle Zahlen korrekt und konsistent sind, tauchen oft Probleme auf. Wenn die Finanzabteilung zum Beispiel Schwierigkeiten hat, große Datenmengen sinnvoll aufzubereiten, sind die Informationen für Manager nahezu nutzlos. "Sie verlieren sich dann in Zahlenkolonnen, ohne die entscheidenden Informationen zu erkennen", warnt Höhne. Die Ursache des Durcheinanders: Unternehmen verfügen nicht über einheitliche Definitionen und Prozesse. Führungskräfte verschiedener Geschäfts- und Organisationsbereiche bedienen sich unterschiedlicher Maßstäbe. Zudem sind Daten an vielen verschiedenen Stellen und in verschiedenen Formaten abgelegt – zum Teil sogar in nicht kompatiblen Systemen.

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