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CIO-Leitfaden zum Umweltschutz


Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Ökonom Milton Friedman schrieb 1970, dass es das Hauptziel eines Unternehmens sei, seine "Profite zu vergrößern", d. h. jede Entscheidung zu vermeiden, die dem Umweltschutz, aber nicht dem Geschäftsergebnis des Unternehmens diene.

Heute zählt die Umweltfreundlichkeit angesichts der Auswirkungen, die ein Unternehmen auf die Umwelt hat, zu den wichtigsten neuen technologischen Trends für CIOs und andere Führungskräfte im Unternehmen. Dies liegt daran, dass CIOs – anders als zu der Zeit, als Friedman diese These aufstellte – sich heute darauf konzentrieren können, sowohl das Geschäftsergebnis als auch den Umweltschutz zu fördern.

Was bedeutet Umweltfreundlichkeit?
Für CIOs steht Umweltfreundlichkeit für Maßnahmen, mit denen sich der Energieverbrauch und – ganz wichtig – die Energiekosten im gesamten IT-Bereich senken lassen. In der Praxis gehört dazu, energieeffiziente Rechenzentren aufzubauen, die IT-Infrastruktur durch Serverkonsolidierung und -virtualisierung zu vereinfachen und Software für das Energiemanagement sowie ergänzende Kühltechnologien in vorhandenen Rechenzentren einzusetzen.

Jeder einzelne dieser Schritte erfordert eine ebenso rigorose Analyse, Planung und Implementierung wie jedes andere IT-Projekt. Von einem geschäftlichen Standpunkt aus erkennen CIOs jedoch zunehmend, dass Umweltfreundlichkeit zu der Art von finanziellen und betrieblichen Vorteilen gehört, die nicht nur kurzfristig dem Geschäftsergebnis nützen, sondern auch einen echten Wettbewerbsvorteil für das Unternehmen schaffen können.

Vorteile für das Geschäftsergebnis
Wenn Sie ein neues Motto benötigen, versuchen Sie es hiermit: Weniger Energieverbrauch, mehr Shareholder-Value.

Eine Steigerung der Energieeffizienz wird sich unmittelbar in niedrigeren Betriebskosten bemerkbar machen. Wenn Sie – auch angesichts der zunehmenden Energiepreise – heute die Effizienz steigern, können Sie damit auf lange Sicht noch mehr Geld einsparen. Dies bedeutet weniger Druck auf zukünftige IT-Budgets und mehr Kapital für strategische Investitionen.

Wie hoch können die Einsparungen realistisch betrachtet sein? Umfragen zeigen, dass Rechenzentren gerade einmal 2 Prozent der Stellfläche eines Unternehmens belegen, jedoch 40 Prozent des Energieverbrauchs im Unternehmen ausmachen. Und da sich der Energieverbrauch in Rechenzentren während der letzten fünf Jahre verdoppelt hat, wird diese Schere aller Wahrscheinlichkeit nach in Zukunft noch weiter auseinandergehen.1 Wenn man dabei noch die gestiegenen Energiekosten miteinrechnet (laut U.S. Environmental Protection Agency stiegen die kommerziellen Elektrizitätskosten in den USA von 2005 auf 2006 um 10 Prozent), drängt sich das Patentrezept für erhebliche Einsparungen geradezu auf.

Der Aufbau energieeffizienterer Rechenzentren bringt jedoch noch weitere Vorteile mit sich als nur die Senkung der Energiekosten. Effizientere Server erbringen mehr Rechenleistung pro Kilowatt. Ihr Unternehmen profitiert dadurch von einem höheren Durchsatz und schnellerer Markteinführung im Hinblick auf die Entscheidungen, die auf Grundlage Ihrer Daten getroffen werden.

Im schlimmsten Fall ist eine höhere Energieeffizienz nicht nur vorteilhaft für das Unternehmen, sondern geradezu unerlässlich: Manchen Rechenzentren steht einfach nicht mehr genug Elektrizität zur Verfügung. Wenn Sie Ihre Rechenleistung nicht erhöhen können, weil sich entweder das Rechenzentrum nicht mit mehr Elektrizität versorgen oder nicht genug Hitze daraus abführen lässt, ist Ihr Unternehmen in einer Sackgasse angelangt.

Soziale Vorteile
Viele Kunden, Geschäftspartner und Mitarbeiter Ihres Unternehmens stimmen vielleicht Henry Ford zu, der sagte: "Ein Geschäft, das nur Geld einbringt, ist ein schlechtes Geschäft". Sich als Unternehmen einen Ruf für soziales Verantwortungsbewusstsein im Sinne von hoher Umweltfreundlichkeit zu erwerben, kann enorme positive Auswirkungen haben.

CEOs haben erkannt, dass ein Unternehmen, das für seine "guten Taten" bekannt ist, die besten Talente einfacher anwerben und an sich binden kann – abgesehen davon, dass dieses Unternehmen dadurch attraktiver für den Kapitalmarkt wird. Echtes Engagement für den Umweltschutz – etwa durch den Aufbau eines energieeffizienten Rechenzentrums – kann ein Alleinstellungsmerkmal sein, das zu nachhaltigem Umsatzzuwachs beiträgt.

Ein gutes Beispiel ist das in Kalifornien ansässige Web-Hosting-Unternehmen Affordable Internet Services Online (AISO), das sein Rechenzentrum mit Solarstrom betreibt. AISO wurde vom Inc.-Magazin zu einem der 50 umweltfreundlichsten Unternehmen ("Top 50 Green Companies") gekürt und ist das erste und einzige öffentliche Rechenzentrum, das Mitglied des U.S. Green Building Council (USGBC) wurde. Welche Auswirkungen hatte dies nun auf das Geschäft von AISO? Das Unternehmen verzeichnet eine durchschnittliche Wachstumsrate von 20 Prozent jährlich. Mit einem Kundenstamm, der von kleinen Unternehmen bis zu Großkonzernen reicht, übernimmt AISO das Hosting von Websites weltweit. Es bestehe großes Interesse an seinen Services, da es komplett auf Basis von Solarstrom operiere und damit sehr umweltfreundlich sei, berichtet Phil Nail, Mitgründer und Chief Technology Manager des Unternehmens.

Die ersten Schritte
Wo sollte ein CIO nun ansetzen? Es mag überraschen, dass 77 Prozent der IT-Abteilungen nicht für die Stromrechnungen ihrer Rechenzentren verantwortlich sind.2 Wer die Rechnung nicht selbst bezahlen muss, weiß wahrscheinlich auch nicht, wie groß sie ausfällt. Ein guter Einstiegspunkt ist also, sich über Ihren Energieverbrauch zu informieren. Durch einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl Standort als auch Einrichtungen umfasst, können Sie sich ein besseres Bild von der Technologienutzung machen.

Analysieren Sie dann die Ursachen Ihres Energiebedarfs. Untersuchen Sie beispielsweise, wie sich Anwendungen entwerfen lassen, damit sie effizienter werden, und wie sich das Management der Daten während ihrer gesamten Nutzungsdauer gestalten lässt, um Kopienredundanz zu vermeiden und den Speicherbedarf zu reduzieren.

Eine gute Idee ist auch, Ihren CFO in die energie- und IT-bezogene Diskussion miteinzubeziehen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten.

Von diesen Ansatzpunkten ausgehend werden Sie in der Lage sein, Verbesserungsmöglichkeiten zu ermitteln – und diejenigen umzusetzen, die in geschäftlicher Hinsicht am sinnvollsten sind.

Kundenbeispiel: Bryant University erhöht die Energieeffizienz mit einer Lösung von IBM

Energieeffizienzanalyse für Rechenzentren

PDF (57kB)

Project Big Green: Big Blue wird grün

Machen Sie Ihren Betrieb noch energieeffizienter

Quellen:
1. Jonathan Koomey, Ph.D., Wissenschaftler in den Lawrence Berkeley National Laboratories
2. InformationWeek, "The Cold, Green Facts", September 2007.

 
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